Lehrbücher kostenlos im Netz

Dass die meisten Zeitungsverlage mit dem Internet so ihre liebe Mühe haben, ist nichts Neues. Allmählich aber könnte es auch für die Buchverlage etwas ungemütlicher werden: R. Preston McAfee (nicht zu verwechseln mit Andrew McAfee!) hat ein Lehrbuch zur Volkswirtschaftslehre geschrieben und es zum kostenlosen Download ins Internet gestellt.

Seiner Auffassung nach leiden nämlich die Studenten unverhältnismäßig unter den (zu) hohen Preisen für Lehrbücher. Deshalb hat er für sein neues Buch erst gar keinen traditionellen Verlag gesucht, sondern es als Pdf-Datei zugänglich gemacht. Wer dennoch ein gedrucktes Buch davon haben möchte, kann über Lulu im Wege des Print on demand eine sehr kostengünstige Ausgabe bestellen (funktioniert sogar aus Deutschland zum Preis von knapp 9,- Euro).

Dabei wird es aber nicht bleiben: Der Professor am California Institute of Technology (CalTech) plant für seinen Text auch eine Kooperation mit Flat World Knowledge, einem Startup, das im Januar 2009 offiziell starten und nicht nur Lehrbücher zum Download oder Print on demand anbieten wird, sondern auch „Social Learning“.

Das zeigt, dass man aus Texten wesentlich mehr machen kann, als sie nur zwischen zwei Buchdeckel zu packen. Das Video von Flat World Knowledge nimmt zudem deutlich Bezug auf Mike Wesch (Professor an der Kansas State University). Dass die Idee des Social Learnings funktionieren könnte, zeigt auch der Erfolg von Shelfari, das unlängst von Amazon übernommen wurde.

Reichlich Zündstoff also für die konservative Verlagsbranche. Und mich freut, dass ich mit diesem Artikel etliche Backlinks in mein eigenes Blog setzen kann – nicht der Eitelkeit wegen, sondern weil diese Themen schon früher aufkamen und jetzt allmählich ihren Weg in die Praxis finden…

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Tja, und jetzt werden herkömmliche Verlage sagen, das wegen diesen kostenlosen Angeboten noch weniger verkauft wird und die Büche noch teurer werden.

  2. @Wingi: Das Argument stimmt für die klassische Kalkulation und Denkweise, bei der die Kosten eines Buchprojekts auf eine bestimmte Auflage umgelegt werden und so der Preis ermittelt wird. Mit kleiner werdenden Auflagen steigen dann die Preise. Diese Lösung stößt aber am Markt an ihre Grenzen, wenn bestimmte Preisschwellen überschritten und die Bücher damit unverkäuflich werden…

    @Patrick: Super, danke. Das genau zeigt einen der Wege in die Zukunft: Das Buch kann man kostenlos downloaden, aber auch in gedruckter Form und zu einem moderaten Preis (für ein Fachbuch) kaufen. Hier geht man davon aus, dass der Download die Druckauflage nicht kannibalisiert, sondern eher unterstützt.