Kennzahlen für Blogs: Blog Metrics als Konzept und Plugin

Web Analytics Book CoverAvinash Kaushik schrieb neulich in seinem Blog einen sehr guten Artikel über Erfolgsmessung zum eigenen Blog. Robert Basic und der PR Blogger (in Person von Thomas Euler) haben aktuell darauf hingewiesen. Ich habe mir dazu jetzt das dazu passende Plugin installiert und betrachte im Folgenden mal mein Blog unter diesen Voraussetzungen. Übrigens liegt das aktuelle Buch (hier links im Bild) von Avinash Kaushik seit Wochen ungelesen auf meinem Tisch: Zweifellos die absolute Referenz zum Thema „Web Analytics“, aber eben doch nicht so ganz mein Kerngeschäft…

  1. Raw Author Contribution (Einsatz des Autors): Hier geht es um Stil und Stetigkeit. Kaushik misst dies anhand der Artikel pro Monat und der Worte pro Artikel. Das Plugin ergibt für mein Blog: 25,4 Artikel pro Monat mit durchschnittlich 352 Wörtern. Tendenziell sinkt bei mir die Zahl der veröffentlichten Artikel, dafür werden diese länger (17 Artikel im letzten Monat mit 448 Wörtern).
  2. Holistic Audience Growth (Wachstum der Leserschaft): Liest jemand, was ich hier schreibe? Kaushik schaut auf die Entwicklung der Zugriffszahlen und der Feed-Abonnenten. Die Zugriffe lese ich aus der Statistik meiner Hosting-Plattform Strato ab. Während ich im ersten Blogger-Monat April rund 40.000 „Hits“ hatte, waren es in November rund 124.000. Der Trend weist ungebrochen nach oben. Ähnliches gilt für die Feed-Leser, aber da ist das Bild schwammiger, weil ich hier nicht von Beginn an gemessen habe: FeedStats weist für die letzten 30 Tage im Schnitt 222 Besuche aus und zeigt mir aktuell erstmals einzelne Tage mit mehr als 300 Besuchern.
  3. Conversation Rate (Konversationsgrad): Ist das Blog ein echter Dialog oder nur ein Monolog? Das misst mir wieder das neue Plugin (Blog Metrics), indem es die durchschnittliche Zahl von Kommentaren pro Artikel und deren Länge (in Worten) berechnet. Ich habe im Schnitt einen Leserkommentar pro Artikel (im letzten Monat jedoch 8), dessen Länge beträgt 118 Worte (im letzten Monat jedoch 434). Ob das Tool wirklich sauber meine eigenen Kommentare von denen der Leser trennt, habe ich noch nicht nachgeprüft.
  4. Citations / Ripple Index (Verlinkungsgrad): Blogartikel lösen natürlich nicht nur Kommentare aus, sondern werden auch in anderen Blogs zitiert (und dabei verlinkt). Kaushik misst dies anhand des Technorati-Ranks. Leider habe ich darüber nicht Buch geführt. Seit kurzem gibt es aber aus der „Über mich“ – Seite dieses Blogs einen direkten Link zu Technorati. Dort stehe ich aktuell auf Rang 69.101. Im April war ich noch sehr stolz darauf, fast auf Anhieb unter den 500.000 „wichtigsten“ Blogs geführt zu werden…
  5. Cost (Kosten): Das ist ein schwacher Punkt in Kaushiks Analyse. Dass die Kosten für das Hosting eines Blogs kaum ins Gewicht fallen, weiß jeder. Um so mehr dagegen die aufgewendete Zeit. Auch bei mir dürften dies gut 25 Stunden pro Woche sein, davon ein erheblicher Teil an den Wochenenden. Hier Summen zu bilden und (fiktive?) Opportunitätskosten dagegen zu stellen, macht wenig Sinn. Zumal gerade mein Blog eine Investition in die Zukunft ist. Mehr dazu gerne in einem Jahr, wenn ich 2008 und 2007 einander gegenüber stellen kann.
  6. Benefit (Gewinn): Kaushik streift zunächst humorvoll die Denkweise der „New Economy“ (wonach mein Blog gerade einmal 54.760,- $ wert wäre), um dann über mögliche Werbeeinnahmen (bei mir nicht geplant) auf das neuartige „Element“ der Blogs zu kommen, wo das Knüpfen von Kontakten und das Entstehen von Beziehungen im Mittelpunkt stehen. Hier habe ich wirklich erhebliche „Gewinne“ zu verbuchen, auch wenn sie sich nicht als Zahl per Link oder Plugin darstellen lassen.

Fazit: Kaushiks Stärke liegt in der quantitativen Analyse. Die Punkte 1 bis 4 sind sinnvoll, wenn auch nicht wirklich neu. Das kleine Plugin von Joost de Valk kann man sich ruhig ins Blog einbauen. Nach den Kosten und dem Nutzen eines Blogs zu fragen, bedeutet aber die quantitative Ebene zu verlassen. Kaushik sieht das klar, leider aber ohne ein Patentrezept liefern zu können.