Überlegungen und ein Erklärungsmodell zu Corporate Blogs

Mit den Corporate Blogs ist es so eine Sache. Noch gibt es recht wenige, aber die Forderung, dass (mehr) Unternehmen bloggen sollten, steht natürlich im Raum. Anders aber als private Blogs stehen jene von Unternehmen wesentlich stärker unter Erfolgs- und Rechtfertigungsdruck. Ich habe deshalb nach einem Erklärungsmodell für den Erfolg (oder Misserfolg) gesucht und ein paar unbequeme Wahrheiten gefunden. Hier sind sie:

Corporate Blogs Modell November 2007 from bwlzweinull

42 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Gute Zusammenfassung. Da zeigt sich mmn. dass viele Unternehmen massiv an ihrer Kommunikationsstruktur arbeiten müssen, wenn sie wirklich ins Web 2.0 wollen. Es ist ganz klar: man muss loslassen können. Schließlich geht es um Kommunikation und die ist nicht mehr one-to-many. So gesehen ist das eigentlich mehr ein PR als ein Marketing-Thema, oder?

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  3. Die Präsentation beantwortet elegant die Frage nach dem „Wie?“, aber nicht nach dem „Warum?“. („Über den Sinn zum Gewinn“.)
    Oder habe ich da was verpasst?

    Was wird besser oder schneller?
    Was rechtfertigt den Aufwand?
    Wie kann ich den Erfolg messen?

    Blogs sind nur Werkzeuge – und somit Kosten.
    Mit kritischen Beiträgen ohne Not Ärger an den Hals schaffen?
    Vernetzung – ja und? Wofür? Vorne spielt die Musik!

    Der schwäbische Mittelständler lässt grüßen…

  4. Pingback: Grenzpfosten : Firmen im Web 2.0: Domäne der PR oder des Marketings

  5. @Flo: PR oder Marketing: Dein eigener Artikel dazu ist sehr interessant und zeigt, dass man im Internet beides nicht mehr so ohne weiteres trennen kann. Pragmatisch könnte man in Unternehmen das Marketing in der Verantwortung für die direkte Kommunikation mit Kunden und der Öffentlichkeit sehen (etwa über ein Blog), während der Bereich PR die indirekte Kommunikation über die (klassische) Presse verantwortet.

    @Armin Karge (Willkommen auf bwl zwei null!): Gut getroffen. Das „wie“ und das „warum“ hängen natürlich eng zusammen. Aber wenn schon das „wie“ nicht richtig klappt, kann die Frage nach dem „warum“ nur im Sinne der Skeptiker beantwortet werden. Und das wollen wir ja nicht, oder? 😉

  6. zu Kommentar 6: Hihi… das würde bedeuten, dass das Marketing sich mal wieder eine Kernkompetenz der PR einverleibt: Die dialogische Kommunikation :) . Das würde ich als Pr-ler natürlich garnicht gerne sehen: Ursprünglich ist die PR ja nicht NUR Pressearbeit. Die Pressearbeit war halt lange Zeit das einzige effektive Mittel der PR, weil man ja nicht mit jedem reden konnte. Das ist mit Web 2.0 anders geworden. Und jetzt, wo wir endlich so PR machen könnten, wie das ursprünglich angedacht war, kommt das Marketing und sagt Ätsch 😉
    Im Ernst: Ich würde eher sagen: Lasst das Marketing Viralvideos und tolle Bannerwerbung machen und gebt den Dialog der PR. Zumal diese Kommunikation ja oft außerhalb der Produktwelt des Unternehmens stattfidnet… und da ist die PR im Vorteil.

  7. Eine interessante Präsentation, die viele interessante Punkte anspricht. Die Frage, was da am Ende noch Marketing bzw. PR ist, macht dieses Thema, denke ich, für viele Unternehmen so brisant. Und je näher die beiden Bereiche zusammen rücken, desto explosiver wird die Sache. Und im Web2.0 geraten sie schon sehr nah aneinander, Überschneidungen inbegriffen.

    Armin, Du sprichst, einen wichtigen Punkt an, wenn es darum geht, Web2.0 zu „verkaufen“. Viele Unternehmen werden sich erst dann für das Thema interessieren, wenn das „warum“ für sie klar ist.

    Und dieses „warum“ zu erklären, das ist gar nicht so einfach. Vor allem, wenn man selbst davon überzeugt ist und viel lieber gleich zur Umsetzung kommt. Das ist auch für mich immer wieder die große Herausforderung. 😉

  8. @Matthias: Ich bin da grundlegend anderer Meinung, sorry.

    Man sollte Logik (analytischer Soll-Ist-Vergleich) und Psycho-Logik unterscheiden. Unter psychologischen Gesichtspunkten gibt es bestimmte Fragen / Forderungen ALLER Gesprächspartner in einer BESTIMMTEN Reihenfolge, was wichtig für Verkauf (ja, Christian), Präsentationen und Verhandlungen ist:

    – Wird meine Situationen berücksichtigt? (Ziele)
    – Wird diese Idee mir nützen? (Vorteile)
    = Warum?
    – Was sind die Fakten? (Empfohlenes Verhalten)
    – Was soll ich tun? (Nächster Schritt)
    = Wie?
    – Ich stimme zu! (hoffentlich 😉 )

    Der Mensch ist ein homo oeconomicus (Minimaler Einsatz, maximales Ergebnis). Du wirst wahrscheinlich auch erst dann 3 Kubikmeter Erde von links nach rechts schaufeln, wenn Du weißt, wozu das gut sein soll.

  9. @Christian und Armin: Das ist schon alles richtig. Wer noch nicht im Web 2.0 engagiert ist, will erst einmal wissen, was ihm das bringen soll („Warum das Ganze“).

    Wer aber bereits ein Corporate Blog betreibt und damit wenig Erfolg hat, sieht die Dinge etwas anders. Mein Fokus war es hier, nicht den „Neueinsteiger“ zu überzeugen, sondern die Betrachtung auf die schon existierenden Beispiele zu lenken und deren Mechanismen (Erfolgsstrukturen) zu hinterfragen.

    Mir war es wichtig zu zeigen, dass Blogs, die nicht konsequent genug als „Blog“ operieren, auf Dauer vermutlich keinen Erfolg haben werden.

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  15. Schöne Logik wie ein Blog erfolgreich werden kann. Keine Erklärung wie man den Erfolg messen kann. Grade beim Corporate Blog werden sich monetäre Effekte durch Kundenbindung erst – wenn überhaupt – langfristig messen lassen. Beim Thema Imagesteigerung durch den Corporate Blog wirds dann ganz schwer.

  16. @Wolfgang: Sehr gut beobachtet. Es bleibt noch viel zu tun!

    Den Erfolg im Blog selbst zu messen, ist nicht so schwer (Zugriffe, Zahl der Kommentare, Links von außen…), aber das Ganze dann im Kontext des gesamten Unternehmens zu bewerten wird schon sehr anspruchsvoll.

  17. Schön-schlichte Analyse über drei Kernfaktoren. Die gelten aber in gewisser Weise für alle Blogs. Speziell bei den Corporate Blogs schwingen doch aber noch Imagetransfer und Talent-Attraktion sowie Kundengewinnung eine weitere Rolle. Diese Ziele können mit den drei Faktoren aber kaum gemessen werden.

    Eine Verlinkung zum Beispiel ist interessant, wenn man den Austausch mit anderen Bloggern sucht. Womöglich sind die Kunden des Unternehmens aber gar keine Blogger – sie kommen stattdessen über Suchmaschinen. Der Verlinkungsgrad sagt in diesem Fall über den Erfolg nichts aus.

    Kritisch oder unkritisch ist eine mögliches Indiz. Glaubwürdigkeit für den Imagetransfer aber relevanter. Auch mäßig kritische Blogs können glaubwürdig und überzeugend bleiben. Das hängt letztlich auch am Thema.

    Usw. Ich finde den hier beschriebenen Ansatz gut, aber noch nicht ausgereift.

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  22. Das Warum Bloggen wird in vielen der Kommentare gefragt.
    Genau diese Frage verhindert in old germany die Innovation. Die Amis mit ihrer Internet-Kultur, ihrem „manchen und schauen, zuhören, reagieren“ die, ja die, entwickeln daraus Geschfäftsideen, Modelle, die setzen die pace! Wir rennen hinterher. Ich bin sicher, sobald es eine Versicherung zum „Warum“ gibt, dann flitzen alle los und machen, bloggen auf deubel komm raus…
    Hat eigentlich irgend jemand T. Berners Lee nach dem Warum gefragt?

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  25. @ Gerhard: Das „warum“ beschreibt nur meine Motivation (warum tue ich das?). Das haben wir alle in uns, entweder als weg-von-Bewegung (mein Arbeitsplatz gefällt mir nicht mehr) oder als hin-zu-Bewegung (ich suche neue Herausforderungen und wechsle deshalb den Arbeitsplatz)).

    Der Unterschied zu den Amis: Sie sind viel mehr hin-zu orientiert und können das ganz anders ausleben, weil es dort, im Unterschied zu Deutschland, Österreich, etc. eine Kultur des Scheiterns gibt. In Amerika bekommt man eine zweite Chance, wenn etwas schiefgegangen ist, bei uns nicht. Das geht schon damit los, dass man, einmal in Konkurs gegangen, keinen Kredit mehr von einer Bank bekommt.

    Und deshalb sind sie uns in einer Sache ganz entscheidend voraus: in der Umsetzung von Ideen. Ideen gibt es hier mindestens ebensoviele wie in Amerika, nur versauern sie halt in den Schubladen.

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  31. Wunderbar ist das Reglersystem und seine optimale Positionskombination.

    Was mir beim Bloggen Anderer höllisch imponiert, ist die Anzahl der Beiträge.
    Z.B C. Henner-Fehr, er schreibt mit Qualität viele Artikel. Hut ab.
    Mein Bog hat mich schon eine Weile nicht mehr „gesehen“. :-)

    Zeit ist ein wesendlicher Faktor beim Bloggen.
    Taktik, Ihr Reglersystem, ist der andere wichtige.

    Wobei ich für mich festgestellt habe, eine Linie mit Ziel ist wichtig aber zuviel Anpassung an Regeln nicht nur langweilig, sonder macht everybody´s darling leicht zu everybody´s depp.

    Viele Grüße
    aus Bielefeld
    M.E.

  32. Meine Erfahrungen mit http://www.jahooda.org stimmen mit deinen Aussagen überein. Das Thema muss für den Leser Zentral sein (darf auch nicht immer das gleiche sein) und es sollte eine eher kritische Meinung vertreten werden. Ich werde die Präsentation in einem meiner kommenden Beiträge verwenden, vielen Dank!

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