Social Networks im Hype: Google kontert gegen Facebook

Google LogoDie Hinweise verdichten sich, dass Google schon in Kürze eine Art ersten Baustein zu einem eigenen Social Network aufzeigen wird. Facebook hält schön dagegen und legt seine Vorstellung der neuen Werbe-Wunderwaffe (SocialAds) in genau das gleiche Zeitfenster (Anfang November). Warum nur so viel Hitzigkeit? Norman schreibt zurecht, dass Facebook derzeit der Internetliebling ist und Google sich im Zugzwang befindet.

Dahinter steckt aber noch mehr. Es könnte sein, dass sich Social Networks zum Dreh- und Angelpunkt der Computernutzung entwickeln. Während wir in der Vergangenheit unsere Programme und Anwendungen fein säuberlich getrennt und lokal auf dem Rechner installiert hatten, wandert jetzt immer mehr davon ins Netz. Dort stehen dann die Dienste lose nebeneinander, zusammen mit den zahllosen Communities, die das Web 2.0 hervor gebracht hat.

Dieser Zustand ist aber unpraktisch, muss man sich doch überall jeden Tag aufs Neue anmelden, um dabei sein zu können. Eine Zeit lang sah es so aus, als könnten Dienste wie Sxipper eine Art Identitätsmanagement übernehmen. Allerdings ist es in letzter Zeit recht still um diese Angebote geworden. Ein wichtiger Grund dafür könnte sein, dass das Management von Passwörtern eine Sache ist, die Navigation auf vielen unterschiedlichen Seiten eine Andere.

Deshalb rücken nun Social Networks wie Facebook in den Blickpunkt: Mark Zuckerberg hat im Mai diesen Jahres mit der legendären „Öffnung“ seiner Plattform für externe Entwickler ein Tor aufgestoßen, das zum Katalysator einer ganzen Branche werden könnte. Denn nun kann man auf Facebook nicht nur die Features der Plattform selbst nutzen, sondern sich nach Belieben aus der Vielzahl extern erstellter Applikationen etwas aussuchen. Auch wenn das Meiste davon heute nur Spielereien sind, ist doch völlig klar, dass hier ebenso gut auch „ernsthafte“ und „arbeitstaugliche“ Instrumente eingebunden werden können.

Um ein Social Network herum könnte sich also eine komplette Infrastruktur ansiedeln, die dem User erlaubt, mit einem einzigen Login bequem eine Vielzahl von Programmen und Kommunikationsmöglichkeiten zu nutzen, ohne dass er dazu andere Seiten im Netz extra ansteuern müsste.

Hier muss Google dagegenhalten, sonst drohen auf Dauer spürbare Einbußen bei den Werbeeinnahmen. Übrigens sieht an dieser Stelle auch Apple nicht gut aus: Während sich Microsoft für teures Geld an Facebook beteiligt hat, hat Apple im Bereich der Social Networks weder eigene Lösungen noch eine strategische Allianz vorzuweisen. Und das, wo Steve Jobs doch angeblich das Gras wachsen hört. Bei der IBM nähert man sich von einer anderen Seite (Lotus) dem Thema, mehr dazu demnächst…

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