Intelpedia, Pfizerpedia & Co: Wikis in Unternehmen

Die Wikipedia kennen wir nun hinlänglich. Aber lässt sich das Prinzip auch auf Unternehmen übertragen? Dazu habe ich nach Beispielen im Internet gesucht und prompt Einiges gefunden.

Das interessanteste (und ausführlichste) Beispiel liefert uns Andrew McAfee (Harvard Business School). Er demonstriert in seinem Blogartikel, wie die amerikanische Agentur Avenue A Razorfish ein Wiki als Intranet einsetzt. Das Unternehmen mit rund 1.000 Mitarbeitern hatte bereits ein Intranet, als das Wiki parallel dazu eingeführt wurde. Schneller als vom Management gedacht, etablierte sich das Wiki als neues, internes Leitmedium und verdrängte praktisch das „eigentliche“ Intranet.

Wesentlich bekannter ist das Beispiel von Intel. Dort hat Josh Bancroft im Herbst 2005 ein Wiki aufgesetzt, das sehr schnell an Popularität gewann und heute mehrere 1.000 Einträge umfasst. Anfangs eher experimentell ausgelegt, ist die Intelpedia heute ein wichtiger Bestandteil des internen Wissensmanagements.

Das Pharmaunternehmen Pfizer folgte diesem Beispiel mit seiner Pfizerpedia. Diese hat sich zur zentralen Wissensbasis im Unternehmen entwickelt (120.000 Seiten) und geht auf die Initiative eines Wissenschaftlers zurück. Der fand das Medium nützlich, richtete es ein und schrieb die ersten Seiten. Bald folgten andere seinem Beispiel und das Wiki wuchs. Und mit dem Wachstum kam auch die Akzeptanz auf breiter Ebene.

Das Magazin BusinessWeek hat unlängst den Unternehmenswikis eine ganze Artikelserie gewidmet. Demnach haben sich Wikis mittlerweile in sehr vielen großen Unternehmen etablieren können. Vorreiter in Europa waren etwa Nokia und die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein.

Und in vielen dieser Unternehmen werden jetzt Wikis auch in der Kommunikation und Zusammenarbeit mit externen Partnern oder Kunden eingesetzt. IBM betreibt schon mehrere „offene“ Wikis, Nokia baut seit März diesen Jahres ein Wiki in Sachen Software-Programmierung für (seine) Mobiltelefone auf und setzt auf externe Hilfe.

Zum Schluss bleibt nur die Frage, was das alles mit dem Mittelstand zu tun hat. Können auch deutlich kleinere Unternehmen Wikis aufbauen? Und wozu? Die oben schon zitierte Internetagentur Avenue A Razorfish mit ihren „nur“ 1.000 Mitarbeitern gibt da die Richtung vor – und weitere Beispiele folgen hier demnächst. Eine Liste mit Unternehmenswikis gibt es übrigens auch bei Tim Schlotfeldt.